Richard Serra (geb. 1939 in San Francisco) ist einer der bedeutendsten lebenden Bildhauer. Das gilt nicht nur für sein Werk, sondern auch für seine Persönlichkeit und sein gesellschaftliches Engagement. Mitte der 1960er Jahre experimentiert Serra mit industriellen Werkstoffen wie Gummi und Blei. Die Materialien werden durch einfache Aktionen bearbeitet und in Bezug zum Raum gesetzt. Im Laufe der Jahre erweitert Serra seinen räumlichen Ansatz. Er arbeitet jetzt hauptsächlich mit wetterfestem Stahl, und seine Skulpturen werden begehbar. Der Faktor Zeit spielt eine entscheidende Rolle, die Bewegungen des Betrachters werden zum zentralen Bestandteil der Arbeiten.


Neben seinen vertikalen Außenskulpturen, die seit den 1970er Jahren entstehen – meist meterhohe Stahlplatten, die sich gegenseitig stützen und einen offenen, begehbaren Raum bilden wie die documenta-Arbeit „Terminal“ – entwickelt Serra seit gut zehn Jahren riesige Skulpturen aus Kurven und Rundungen (z.B. die „Torqued Ellipses“). Durch ihre Größe und die ungewöhnliche Formgebung stößt die Herstellung an die Grenze des Machbaren. Als Höhepunkt dieser Werkgruppe entsteht 2005 die raumgreifende Installation „The Matter of Time“ für das Guggenheim Museum Bilbao aus acht tonnenschweren Skulpturen. Es ist einer der größten bildhauerischen Aufträge, die bislang in der Geschichte der Moderne für einen konkreten Raum entwickelt wurden. Serras Skulpturen werden heute vorwiegend in Deutschland gefertigt und in alle Welt exportiert.


Der Film gibt einen umfassenden Überblick über Serras Wirken und Denken und stellt neue Skulpturenprojekte vor, etwa seine Landschaftsarbeiten in den USA und Europa, eine Auftragsarbeit für die University of California in San Francisco oder den Novartis Campus in Basel. Neben ausführlichen Interviews mit Richard Serra kommen auch sein Galerist und Weggefährte Alexander von Berswordt, der Komponist und Studienkollege Philip Glass sowie die beiden Sammler Steven H. Oliver und François Pinault zu Wort.


Buch und Regie: Maria Anna Tappeiner

Kamera: Jürgen Behrens

Ton: Henning Schiller

Schnitt: Brigitte Warken-Könings

Redaktion: Reinhard Wulf (WDR), Inge Classen (ZDF)

Format: Digi Beta 16:9

Länge: 45 Minuten

Deutsche und englische Fassung

Produktion: Westdeutscher Rundfunk in Koproduktion mit Zweites Deutsches Fernsehen, 2006

Richard Serra: Iron Mountain Fall, 2004

PREISE

Finalist bei den INTERNATIONAL EMMY AWARDS,

New York 2008  (Nominated for outstanding Achievement in Arts

Programming by  the International Academy of Television Arts

and Sciences)