Richard Serra (geb. 1939 in San Francisco) ist vor allem als Bildhauer bekannt. Seine großen Stahlplastiken sind weltweit im öffentlichen Raum und in großen Museen zu sehen. Weniger bekannt hingegen sind seine Filme und Videos, die von 1968 bis 1979 entstanden sind. Auch wenn sie ein komplett eigenständiges Werk darstellen, so gibt es doch Verweise und Parallelen zu seinen plastischen Arbeiten aus dieser Zeit.


In seinem Frühwerk arbeitet Serra vor allem mit Materialien wie Gummi und Blei, da sie leicht formbar sind und der Entstehungsprozess an den Arbeiten ablesbar ist. Oft geben nur einfache Verben wie rollen, biegen, falten oder teilen vor, wie das Material bearbeitet werden soll. Bei seinen berühmten "Splashings" schleudert er Ende der 1960er Jahre flüssiges Blei in den Winkel zwischen Wand und Boden. Im gleichen Jahr entstehen eine Reihe von Hand-Filmen, in denen Serra auch mit Blei arbeitet und die Hand als „verlängertes Werkzeug“ einsetzt. Einfache Handlungen wie das Fangen von herunterfallenden Bleistücken mit einer Hand („Hand Catching Lead“, 1968) oder das mühevolle Auflesen von Bleispänen auf dem Boden („Hands Scraping“, 1968) werden mit statischer Kamera gefilmt. Meist stehen das Material und die Untersuchung des filmischen Mediums im Zentrum seiner Filme. In „Frame“ (1969) untersucht Serra den Unterschied zwischen einem durch die Kamera gesehenen und einem ohne technisches Gerät wahrgenommenen Raum.


Die Dokumentation basiert auf zwei ausführlichen Interviews mit dem Künstler und stellt einige wichtige Filme und Videos von Richard Serra vor.

Buch und Regie: Maria Anna Tappeiner

Interviews: Maria Anna Tappeiner (2003),
Inge Classen (1995)

Kamera: Paul Eisel, Jörg Schulz

Ton: Christian Eichenauer

Schnitt: Holger Bischoff

Redaktion: Reinhard Wulf

Format: Beta SP 4:3

Länge: 29‘42“

Deutsche und englische Fassung

Produktion: Westdeutscher Rundfunk, 2004

Richard Serra: Hand Catching Lead, 1968