Sophie Calle, 1953 in Paris geboren, gilt als Vertreterin einer subjektiven und erzählerischen Fotografie. Oft bedient sie sich in ihren frühen Arbeiten eines detektivischen Ansatzes. Sie beschattet, recherchiert, fotografiert und kommentiert, nicht ohne dabei Grenzen zu überschreiten und Tabus zu brechen. In ihrer Arbeit "La Suite Vénitienne" reist sie einem unbekannten Mann nach Venedig nach und verfolgt ihn auf Schritt und Tritt. Das Ergebnis ihrer ungewöhnlichen Untersuchung dokumentiert sie anhand von Fotos, Berichten und Tagebuchaufzeichnungen. Der Wunsch, in die Privatsphäre eines anderen einzudringen, findet seine Entsprechung in den Nachforschungen über ihr eigenes Leben als Künstlerin. So bat sie im Jahre 1981 ihre Mutter, einen Detektiv zu beauftragen, sie selbst zu beschatten. Kunst und Leben sind bei Sophie Calle eng miteinander verknüpft: "Ich benutze nicht mein Leben, um daraus Kunst zu machen, sondern die Kunst, um mein Leben zu leben."


Die erste Retrospektive ihrer Arbeiten in Deutschland findet vom 10. September bis zum 13. Dezember 2004 im Martin-Gropius-Bau in Berlin und vom 28. Januar bis zum 24. April 2005 im Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen statt. Die vom Centre Georges Pompidou in Paris ausgerichtete Ausstellung umfasst einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren und verbindet die Präsentation älterer Werke, die in den 1970er und 1980er Jahren entstanden sind, mit neuen, eigens für die Retrospektive entwickelten Arbeiten.


Das Porträt basiert auf einem ausführlichen Interview mit der Künstlerin, zeigt Bilder vom Aufbau der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau und stellt einige wichtige Arbeiten von Sophie Calle vor. Daneben auch die sich stetig  erweiternde Serie der "Autobiografien (Wahre Geschichten)", die zeitgleich bei Arndt & Partner in Berlin zu sehen war.


Buch und Regie: Maria Anna Tappeiner

Kamera: Krzysztof Hampel

Ton: Christian Eichenauer

Schnitt: Enno Grabenhorst

Redaktion: Reinhard Wulf

Format: Beta SP 4:3

Länge: 28‘30“

Deutsche und französische Fassung

Produktion: Westdeutscher Rundfunk, 2004

Sophie Calle: M‘as-tu vue, 2003