Der in Düsseldorf lebende Künstler Thomas Ruff (*1958) gehört zu den international renommierten Schülern von Bernd Becher. Von 1977 bis 1985 studierte Thomas Ruff an der Kunstakademie Düsseldorf, von 2000 bis 2006 war er dort selbst als Professor für Fotografie tätig. Wie kein anderer zeitgenössischer Fotokünstler hinterfragt Thomas Ruff Sehgewohnheiten und reflektiert das Medium Fotografie. Seine Motive findet er zuerst im Umkreis seines Wohnortes im Schwarzwald und später im Rheinland in Interieur- und Architekturaufnahmen. Mit seinen großformatigen Porträtfotos von Freunden und Bekannten gelingt ihm 1986 der internationale Durchbruch. Für die Serie "Sterne" greift er wenig später erstmals auf vorhandenes Material zurück, denn nur professionelle Teleskope in Verbindung mit Spezialkameras können die Negative für seine Sternenbilder liefern.


Eine Fotokamera nimmt Ruff nur noch selten in die Hand. Stattdessen arbeitet er mit gefundenen Fotos und Negativen, der Computer wird zum wichtigen Arbeitsinstrument. Er bearbeitet und verändert die Aufnahmen und lässt in einem Fachlabor meist großformatige Abzüge herstellen. In seiner jüngsten Serie „ma.r.s.“ (seit 2010) zeigt Thomas Ruff faszinierende Oberflächen des Planeten Mars, die von einer Raumsonde, ausgestattet mit einer hochauflösenden Kamera, aufgenommen wurden und durch ihre Schärfe und Detailtreue bestechen. Die Landung auf dem Mars wird bildlich vorweggenommen. Das grundlegende Thema aber bleibt bestehen: In immer neuen Bildverfahren untersucht Thomas Ruff die Authentizität von Fotografie und treibt das Medium an seine Grenzen. Seine Fotoserien bewegen sich inhaltlich und formal zwischen Hightech und Lowtech, versuchen sich vom bloßen Abbildcharakter der Fotografie zu lösen und selbst Bild zu sein.


Der Film stellt die Arbeiten und den Künstler Thomas Ruff vor und begleitet ihn an Orte, an denen er fotografiert hat. Darüber hinaus beobachtet er Ruff bei der Produktion seiner großformatigen Fotos im Fachlabor und zeigt den Künstler bei den Vorbereitungen seiner Ausstellungen im LWL - Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster sowie im Haus der Kunst in München. 


Buch und Regie: Maria Anna Tappeiner

Kamera: Jürgen Behrens, Achim Scharnickel, Christian Neher

Ton: Henning Schiller, Jens Nolte

Schnitt: Brigitte Warken-Könings

Redaktion: Reinhard Wulf

Format: Sony XDCAM, 16:9

Länge: 46 Minuten

Produktion: Westdeutscher Rundfunk, 2012

d.p.b. 02 (1999) von Thomas Ruff